Zeitqualität im Februar – Reinigung und Rückkehr des Lichts
Während ich diese Zeilen schreibe, sind die letzten Tage des Januars angebrochen. Wenn ich jetzt mit meiner Hündin Ronja spazieren gehe, spüre ich schon den Frühling. Ganz zart und noch nicht sichtbar.
Die Tage werden allmählich wieder länger. In der Luft liegt wieder mehr Lebendigkeit – die Zeitqualität im Februar ist schon fühlbar. Besonders die Kohlmeise singt jetzt schon kräftig den nahenden Frühling herbei – als könnte sie es kaum erwarten.
Noch ist nichts sichtbar
Und auch in mir beginnt sich etwas zu regen. Ganz langsam komme ich wieder in Bewegung. Ich habe Lust aufzuräumen, die letzten Spuren der Weihnachtszeit zu beseitigen. Die Lichterketten abzunehmen – denn ich spüre: Wir brauchen sie bald nicht mehr.
Der Februar steht vor der Tür – und mit ihm gleich zum Monatsanfang zwei bedeutsame Feste aus dem christlichen bzw. keltischen Jahreskreis: Maria Lichtmess und Imbolc. Beide würdigen auf ihre Weise die allmähliche Rückkehr des Lichts.
Die Energie steigt nun langsam wieder aus der Tiefe nach oben – wie ein Samen, der unter der Erde keimt, aber noch nicht die Erdoberfläche durchbricht.
Noch ist nichts sichtbar – und doch ist schon alles in Bewegung.
Imbolc in aller Munde – aber fühlst du es auch?
Gerade das Fest Imbolc ist jetzt in aller Munde. Es werden zahlreiche Workshops und Rituale angeboten, und man findet viele Informationen im Netz und in den sozialen Medien.
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann fühle ich das Imbolc – Fest als Tradition nicht in der Tiefe, weil ich damit nicht aufgewachsen bin. Mein Zugang bleibt dadurch oft kopflastig und es fühlt sich für mich aufgesetzt an.
Die Zeitqualtiät dagegen kann ich in der Tiefe fühlen. Dieses leise innere Erwachen, diese Zeit zwischen Winter und Frühling, die nicht an einen Namen oder ein konkretes Datum gebunden ist.
Und genau das ist mir wichtig und wird in Zukunft immer wichtiger werden: nicht, das richtige Fest mit den richtigen Ritualen zu feiern – sondern darum, wieder zu spüren, was sich dir von innen heraus zeigen will. Ohne Anleitung von Aussen. Ohne to-do-Liste. In echter Verbindung mit dir selbst und der Natur.
Und ich glaube, wir alle kennen diese Versuchung, uns im Außen eine Anleitung zu holen, statt in uns hineinspüren. Das bedeutet übriges nicht, dass wir uns nicht inspirieren lassen dürfen. Im Gegenteil -Inspiration ist wichtig. Aber wir dürfen uns dabei immer fragen: „Stimmt das wirklich für mich? Entspricht das meiner Wahrheit?“
Maria Lichtmess – näher an unseren Wurzeln
Maria Lichtmess hingegen ist weniger im Trend. Und doch scheint mir die heilige Maria meinen Wurzeln näher zu sein – auch wenn ich mit der Institution Kirche nicht viel anfangen kann.
Letztens habe ich beim Aufräumen bei meiner Mutter im Schrank eine Madonnen-Statue gefunden: Maria, die auf einer Mondsichel steht. Ein Bild, das in mir etwas berührt hat.
Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass diese Darstellung in der christlichen Kunst oft Mondsichelmadonna bzw. Strahlenkranzmadonna genannt wird. Das Bildmotiv geht wohl auf eine Stelle aus der Johannesoffenbarung zurück:
„…eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt…“
Unabhängig davon, was die ursprüngliche Bedeutung ist, sehe ich in ihr eine Frau, die tief eingebunden in die natürlichen Zyklen ist.
Das sind wir alle. Es ist Zeit, uns daran zu erinnern.
Wo Licht ist, ist auch Schatten
Mit dem zunehmenden Licht werden auch die Schatten sichtbarer.
Die Ecken, in die wir lieber nicht schauen.
Das gilt nicht nur für unsere Wohnungen – sondern auch für unser Inneres.
Immer dann, wenn wir wachsen wollen, unser Licht heller strahlen lassen und uns aus unserer Komfortzone bewegen, werden wir automatisch mit dem konfrontiert, was uns noch daran hindern will, zum Beispiel:
- begrenzende Glaubenssätze: „Ich kann das nicht.“
- Selbstzweifel: „Will ich das wirklich?“
- vermeintliche „Arschengel“: das Finanzamt, die schwierige Kollegin – du weißt schon, wer dein Arschengel ist
Kennst du bestimmt auch, oder?
Genau hier dürfen wir im Februar noch einmal ganz genau hinschauen.
Spüre selbst, was gerade dran ist
Ich lade dich ein, dieser Zeitqualität auf deine ganz eigene Weise zu begegnen. Nicht, indem du liest, wie sie sich anfühlen sollte. Sondern indem du spürst, wie sie sich für dich anfühlt.
- Wie nimmst du die Zeit gerade wahr?
- Wie fühlst du dich, wenn du still wirst und nach innen lauschst?
- Was ist jetzt wirklich für dich dran?
Denn nur wenn wir nach innen lauschen, können wir wieder in eine echte Verbindung kommen – mit uns selbst und mit den natürlichen Zyklen.
Februar – Zeit der Reinigung und Klärung
„februare“ ist lateinisch und bedeutet reinigen.
Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um deinen inneren Kehrbesen in die Hand zu nehmen und alles herauszufegen, was dich noch daran hindert, in diesem Jahr klar, wach und in deiner ureigenen Energie unterwegs zu sein.
Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, dass Maria Lichtmess – ursprünglich aus anderen Gründen – im Volksmund lange Zeit auch „Maria Reinigung“ genannt wurde.
Wenn du wach und innerlich aufgeräumt bist, bist du empfänglich für neue Wege, Ideen und Möglichkeiten. Die kreative, freiheitsliebende und innovative Wassermannenergie des Februars kann dann ganz neue Räume in dir öffnen.
Februar als Zwischenraum
Apropos Räume: Letzte Woche wurde das alte Schlafzimmer meiner Eltern leergeräumt. Möbel, die dort über 30 Jahre standen, sind verschwunden. Was bleibt, ist ein ein leerer Raum. Das Alte ist nicht mehr und das Neue noch nicht da.
Ein Zwischenraum, in dem Vergangenheit und Zukunft sich im Jetzt berühren. Ein leerer Raum, indem sich das Neue zeigen wird. So ähnlich ist es mit dem Februar.
Reinigende Fragen zur Reflexion
Nimm dir Zeit. Lass die Fragen wirken und beantworte sie gerne schriftlich, zum Beispiel mit der Methode des Freien Schreibens:
- Wo ist es an der Zeit, meine Wahrheit zu sprechen oder eine Entscheidung zu treffen?
- Wo bin ich noch auf ungute Weise verstrickt – und binde dort meine Energie?
- Hand aufs Herz: Was glaube ich noch zu müssen, will es aber gar nicht mehr?
Der Februar ist immer noch keine Zeit für große Schritte im Außen.
Er ist ein Schwellenraum – für Reinigung, Klärung und Neuausrichtung.
Wenn du spürst, dass sich gerade viel zeigt –
und du diesen Prozess nicht allein gehen möchtest:
Mit meiner schamanischen Prozessbegleitung begleite ich dich genau in diesen Zwischenräumen.
Dort, wo das Alte nicht mehr stimmig ist und das Neue noch nicht da ist.
Von Herzen. Ehrlich. In deinem Tempo.
Zeitqualität im Feburar – was ich dir wünsche
Ich wünsche dir einen reinigenden, kreativen und Türen-öffnenden Februar –
und dass du dir in diesem Zwischenraum selbst ein Stück näher kommst.
Und während ich diese letzten Zeilen schreibe, liegt draußen noch einmal Schnee.
Ja, der Frühling liegt in der Luft – aber er ist noch nicht da.
Von Herzen
Britta
Wurzeln, Werte & Visionen – sinnhaft, natürlich & selbstbestimmt leben!

Sehr schön geschrieben, danke für Impulse, wachrütteln und weiter fühlen 🥰🙏
Liebe Grüße Moni
Liebe Moni, vielen Dank und sehr gerne! Einen reinigenden, lichtvollen Februar für dich!
Schöne „Anstöße“ gibst Du da 🙏
Danke sehr
Sehr gerne, liebe Tanja. Ich freue mich, dass meine Texte etwas in dir in Bewegung bringen – oder wie du es nennst: anstossen!
Liebe Britta,
Sehr bewegend sind deine Beiträge.
Ich danke Dir vom Herzen für die tiefgehende und wahre Worte, die meine Seele für das Gute öffnen.
Ich erfreue mich immer, wenn ich merke, dass schon so viele auf dem Weg der Liebe sind.
Sei gesegnet.
Magdalena