Umgang mit Zweifeln – Die Zeitqualität im April bewusst nutzen
Am 11. April 2016 bin ich zu meiner wirklich lebensverändernden Wanderung aufgebrochen. Ausgestattet mit einem 12,5 Kilo schweren Rucksack bin ich einfach losgelaufen – ohne Route, ohne konkretes Ziel, ohne zu wissen, wo ich am Ende ankommen würde. Weder im Außen noch im Innen.
Wie ich auf diese verrückte Idee gekommen bin? Das ist eine längere Geschichte. Ich erzähle sie dir in meinem Buch Aufbruch ohne Pfefferspray – als ich begann, meinen Weg zu gehen.
Diese Wanderung war, wie du dir vielleicht vorstellen kannst, ein riesiger Schritt aus meiner sehr behüteten, abgesicherten Komfortzone heraus. Und rückblickend eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte.
Mein innerer Ruf, diese Erfahrung machen zu wollen, war damals unglaublich stark. Doch nachdem ich mich für diesen mutigen Schritt entschieden hatte und der Tag des Aufbruchs näher rückte, kamen die Zweifel. Große Zweifel. Zweifel, die fast dazu geführt hätten, dass ich gar nicht losgehe.
- Ich schaffe das nicht!
- Bin ich komplett verrückt geworden?
- Das wird komplett in die Hose gehen!
Nur um dir einige davon zu nennen.
Auch mein Körper meldete sich. Binnen weniger Tage hatte ich plötzlich eine so starke Verspannung im Nacken, dass ich meinen rechten Arm kaum noch nach oben bewegen konnte. Meinen Rucksack hätte ich so unmöglich tragen können.
Bin ich trotzdem losgegangen? Ja. Aber nicht ohne meinen Zweifel vorher Raum zu geben und sie mit liebevollen Augen anzusehen. Ich habe ihnen meine Hand gereicht und sie eingeladen auf diese Reise mitzukommen. Ich habe sie gefragt, was sie von mir brauchen, um diese Reise mit mir anzutreten.
Wenn Wandel dich herausfordert – bleib bei dir
Dass Zweifel auftauchen, wenn wir an einer Schwelle stehen, ist nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil. Oft melden sie sich genau dann, wenn etwas in uns bereit ist, größer zu werden als die bisherige Version von uns selbst.
Vielleicht spürst du gerade, dass etwas in dir wachsen will — und genau gleichzeitig werden die Gegenstimmen lauter.
Willkommen im April. In einem Monat zwischen Aufbruch und Rückzug, Sonne und Sturm, Vertrauen und Zweifel.
Der April als Spiegel für deinen eigenen Weg
Im April gibt es noch Nachtfröste und Temperaturschwankungen. Etwas, das bereits zu blühen begonnen hat, kann erfrieren. Plötzlich zieht ein Sturm auf, es regnet oder hagelt – und im nächsten Moment scheint wieder die Sonne.
Genauso verläuft oft auch unser innerer Entwicklungsprozess. Mit jedem Schritt nach vorn tauchen alte Muster, Ängste und begrenzende Glaubenssätze auf, die uns bisher zurückgehalten haben – und die es jetzt auch nochmal versuchen. Lauter und kraftvoller als zuvor. Das ist normal und gehört zu deinem Prozess dazu. Lass dich von deinen Zweifeln und Herausforderungen jetzt nicht verunsichern, sondern erkenne sie als Teil deines Weges an!
Zweifel bedeuten nicht automatisch, dass du auf dem falschen Weg bist. Und meistens zeigen sie sich nicht nur in uns, sondern auch durch unser Umfeld.
Vielleicht kennst du das: Dass du für deinen Weg und deine Entscheidungen nicht verstanden wirst. Dass andere an dir zweifeln – und ihre Zweifel sich mit deinen vermischen. Am Ende weißt du gar nicht mehr, was deins ist.
Genau deshalb ist es so wertvoll, dich mit Menschen zu verbinden, die diesen Weg gegangen sind.
Paula Modersohn-Becker – eine Kriegerin ihrer Zeit
Letztes Jahr habe ich das Grab der Malerin Paula Modersohn-Becker in Worpswede besucht. Ihre Geschichte inspiriert mich sehr. Sie war eine Frau, die mutig und beharrlich ihren ureigenen Weg gegangen ist. Für mich ist sie eine waschechte Kriegerin.
Ihre Waffen? Ihre Farben und ihr Pinsel!
Sie wurde belächelt, kritisiert und nicht verstanden. Doch sie blieb sich treu und malte die Welt so, wie sie sie sah – mit Würde, Stärke und ungeschönter Natürlichkeit. Damit war sie ihrer Zeit weit voraus.
Lass dich von ihrer Haltung inspirieren. Bleib auf deinem Weg, auch wenn Zweifel sich zeigen oder andere ihn nicht verstehen. Vertraue darauf, dass du genau jetzt die Kraft in dir trägst, weiterzugehen.
Und vielleicht spürst du gerade selbst, wie herausfordernd diese Phase sein kann.
Mir haben in solchen Momenten immer wieder kleine Anker geholfen, die mich zurück zu mir gebracht haben. Vielleicht ist auch etwas für dich dabei:
3 Möglichkeiten, mit Zweifeln umzugehen und zurück in deine Kraft zu finden
Wenn du dich unsicher fühlst, nicht weißt, wie es weitergeht, oder Zweifel dich aufhalten wollen, kannst du diese drei Wege ausprobieren:
Akzeptanz – Zweifel dürfen da sein
Vielleicht ist das Erste, was du im April üben darfst, nichts zu verändern. Nicht gegen deine Zweifel anzukämpfen. Nicht darüber hinwegzugehen, sondern einen Moment innezuhalten und wahrzunehmen, was gerade da ist. Zweifel wollen nicht gelöst oder weggemacht werden – sie wollen von dir mit liebevollen Augen gesehen und vielleicht sogar umarmt werden. Denn im Grunde wollen sie nur eins: dich schützen. Es ist ok, Zweifel zu haben.
Wieder in Verbindung kommen
Wenn die Gedanken anfangen, sich im Kreis zu drehen, kann es helfen, ihnen einen geschützten Raum zu geben. Ich mache das oft über das Freie Schreiben.
Bei dieser Methode darf alles aufs Papier fließen. Ungefiltert. Unsortiert. Ohne Anspruch. Dadurch wird es wieder leiser im Kopf, die Klarheit kehrt zurück und ich bin wieder bei mir.
Gerade wenn wir stark im Kopf sind, verlieren wir die Verbindung zu unserem Körper. Ein Spaziergang in der Natur, barfuß über den Rasen oder Waldboden gehen, kann da kleine und große Wunder bewirken.
Dich an deine Vision erinnern
Und dann gibt es diese Momente, da hilft nur noch eines: Dich bewusst daran zu erinnern, warum du überhaupt losgegangen bist – oder losgehen willst! Wofür bist du angetreten?
Diese leise Stimme in dir, die die Antwort ganz genau kennt, ist immer da – auch wenn sie zwischen all den Zweifeln manchmal kaum zu hören ist.
Wenn du dich mit deiner Vision verbindest, entsteht oft etwas Neues: nicht die Abwesenheit von Zweifel, aber eine innere Ausrichtung, die stärker ist als deine Zweifel.
Fazit: Bleib deinem Weg verbunden
Zweifel und Herausforderungen gehören zum Leben – besonders dann, wenn du beginnst, deinen ureigenen Weg zu gehen. Einen Weg, den niemand vor dir gegangen ist und auf dem du nicht einfach bestehenden Spuren folgen kannst.
Diese Zweifel bedeuten nicht automatisch, dass du falsch bist oder falsch gehst. Oft zeigen sie sich genau dann, wenn du im Begriff bist, etwas Vertrautes hinter dir zu lassen und dir selbst ein Stück näher zu kommen.
Schreiben, Natur, Bewegung – es gibt viele Möglichkeiten, dich in solchen Phasen wieder zu stabilisieren und mehr bei dir anzukommen. Finde heraus, was dir guttut, was dich erdet und was dich daran erinnert, warum du überhaupt losgegangen bist.
Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Die Zweifel und Herausforderungen auf meinem bisherigen Weg waren nicht angenehm – aber sie haben mich immer wieder tiefer zu mir selbst geführt – zu der Version von mir, die meine Vision halten und leben kann.

Liebe Britta,
Dein Beitrag hat mich sehr bewegt. Das bestätigt mich nur, dass es so wertvoll ist, mir selbst treu zu bleiben und auch meinem Pfad.
Ich danke Dir für Deine Inspirationen.
In Liebe und Verbundenheit.
Magdalena
Ich freue mich das zu lesen, liebe Magdalena! Uns selbst treu zu bleiben ist das, womit wir uns und der Welt am besten dienen können. Möge dein Weg gesegnet sein!