Freies Schreiben – ein Weg zurück zu dir

Frau sitzt am Waldrand am Wasser mit geschlossenen Augen und Hand auf dem Herzen, neben ihr liegt ein Notizbuch – Freies Schreiben als Weg zur inneren Verbindung
Notizbuch und Stift in der Natur auf einem Baumstamm – Freies Schreiben als Praxis für Klarheit und Selbstreflexion

Freies Schreiben als Ritualraum

Als ich davon hörte, wurde mir klar, dass das Freie Schreiben einen sehr ähnlichen Effekt hat und dass ich das Ritual der Gedankenreinigung bereits auf meine Weise praktiziere. Schreiben ist für mich dabei auch eine Form von Verkörperung. Unsere Gedanken fließen aus unserem Geist, durch unseren Körper, durch unser ganzes System hindurch aufs Papier. Und indem wir sie schreiben, können sie aus unserem System entlassen werden.

Für mich ist das Freie Schreiben längst mehr als nur eine Methode. Es ist tatsächlich zu einem mir heiligen Ritual geworden. Ich setze mich bewusst hin, nehme mir Zeit und öffne einen Raum, in dem ich mir selbst begegne. In diesem Raum darf alles da sein, was gerade in mir ist – ungeordnet, roh, lebendig. Das ist unfassbar heilsam für mich.

Schreiben aus Sicht der Wissenschaft

Dass Schreiben eine heilsame und entlastende Wirkung haben kann, ist nicht nur meine persönliche Erfahrung, sondern inzwischen auch wissenschaftlich gut erforscht.

„Schreiben ist eine jederzeit verfügbare, bewährte Methode der Selbsthilfe – bei chronischer Krankheit, Lebenskrisen und um sich dauerhaft für das Leben in unserer schnelllebigen Gesellschaft zu wappnen“,

schreibt Dr. Birgit Schreiber in ihrem Buch „Schreiben zur Selbsthilfe“.
Zahlreiche Studien aus Psychologie und Medizin weisen ebenfalls darauf hin, dass Schreiben dabei unterstützen kann, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, Gedanken zu ordnen und das eigene Wohlbefinden zu stärken. Hier noch einige weitere Effekte, die Forscher über das Schreiben herausgefunden haben und die ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

  • Schreiben hilft, die eigene Stimme zu finden und diese auch zu erheben
  • Wer schreibt, stärkt sein Ausdrucksvermögen, denkt effektiver und steigert seine Selbstwirksamkeit
  • Schreiben macht Mut
  • Schreiben schafft Verbindung zu sich selbst und zu anderen
  • Schreiben führt, wenn es regelmäßig wie eine Meditation ausgeübt wird, zu mehr Gelassenheit und Seelenruhe
  • Schreiben hilft, die Vergangenheit zu integrieren und eröffnet Perspektiven für die Zukunft

Der Weg ist das Ziel

Beim Freien Schreiben ist es ähnlich wie bei der Schamanischen Reise oder unserer Vision: Nicht das Ergebnis steht im Mittelpunkt, sondern der Weg dorthin, also der Schreibprozess. Schon der Akt des Schreibens an sich setzt etwas in Bewegung, das sich mit der Zeit in unserem Alltag bemerkbar macht. Gleichzeitig liegt es in unserer Verantwortung, die Impulse und Erkenntnisse, die wir beim Freien Schreiben empfangen, ernst zu nehmen und umzusetzen.

Schreibeinladung

Auch für das Freie Schreiben gilt: Wir können viel darüber reden, aber nichts geht über die eigene Erfahrung. Ich lade dich an dieser Stelle ein, das Freie Schreiben auszuprobieren.

Nimm dir dazu ein leeres DIN-A4-Blatt und einen Stift. Setz den Stift auf das Papier und beginne zu schreiben. Schreib einfach drauflos – alles, was in deinen Kopf kommt. Es muss überhaupt keinen Sinn machen.
Und wenn du nicht weißt, was du schreiben sollst, dann schreib genau das:
„Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich weiß nicht, was ich schreiben soll.“
Schreib das so lange, bis ein neuer Gedanke auftaucht, den du dann aufgreifst.

  • Achte NICHT auf Rechtschreibung und Grammatik.
  • Du kannst NICHTS falsch machen.
  • ALLES ist erlaubt – auch wenn die Sätze noch so skurril, sinnlos oder kindisch sind. Es ist EGAL.
  • Du darfst jammern, lästern, protzen, schimpfen. Lass einfach alles raus, was in dir ist.
  • Setze den Stift zwischendurch nicht ab. Schreib einfach immer weiter.
  • Wenn du ins Stocken kommst, schreib: „Ich weiß nicht weiter, ich weiß nicht weiter.“ Irgendwann wird ein neuer Gedanke auftauchen.
  • Schreibe so lange, bis die Seite voll ist.
  • Alternativ kannst du dir auch eine Stoppuhr stellen und so lange schreiben, bis die Zeit um ist.
  • Beginne anfangs mit maximal zehn Minuten.

Und dann lass das Geschriebene einfach wirken, ohne etwas tun oder ändern zu wollen. Vertraue darauf, dass durch diese kleine Übung bereits etwas in Bewegung gekommen ist.

Teile so gerne in den Kommentaren, wie es dir mit dem Freien Schreiben ergangen ist!

Wenn du auf den Geschmack gekommen bist und tiefer in das Freie Schreiben eintauchen willst: In meinem Wurzeln, Werte & Visionen Onlineraum findest du ein ganzes Modul inkl. Schreibeinladungen und tiefergehender Impulse dazu, wie du das Schreiben als Ritual in deinen Alltag integrierst und dich auf diese Weise mit dem Leben verbindest.

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