Wendepunkte im Leben erkennen, würdigen und als Kraftquelle nutzen
Das Leben verläuft nicht linear, sondern in Zyklen. Diese Nachricht haut dich sicher nicht vom Stuhl. Doch vielleicht geht es dir wie mir: Immer dann, wenn tatsächlich ein Zyklus zu Ende geht, kann uns das ganz schön durcheinanderwirbeln.
Immer wieder werden wir aus unserem Nest geworfen und vom Fluss des Lebens in eine neue Richtung gelenkt. Wenn wir uns dem widersetzen wollen, kann es auch mal ungemütlich werden.
Vielleicht stehst auch du gerade an einem solchen Punkt, an dem sich etwas in deinem Leben wandeln will? Dann lade ich dich ein, dich mit mir auf diese Reise zu begeben.
Wendepunkte sind jene Stationen im Leben, an denen sich die Richtung ändert. Die bestehende Ordnung trägt nicht mehr, etwas Neues will beginnen. Wendepunkte gehören zum Leben dazu wie der Wind zur Nordsee und betreffen uns alle. Immer wieder und auf vielen verschiedenen Ebenen.
Eines haben sie alle gemeinsam: Wendepunkte sind Schwellenzeiten. Sie führen uns von einem uns vertrauten in einen neuen, noch unbekannten Raum. Und das kann erstmal Angst machen.
Was wir dabei oft vergessen: Neben all der Herausforderung, die sie mit sich bringen, liegt in ihnen ebenso viel Potenzial und auch Magie verborgen.
Es lohnt sich also achtsam hinzuschauen, um die Ressourcen und Schätze unserer Wendepunkte zu würdigen, einzusammeln und für unseren weiteren Weg zu nutzen.
Gerne mag ich dich nun mitnehmen an einen meiner bedeutendsten Wendepunkte in meinem Leben und dich zu deiner eigenen Reise inspirieren.
Wenn die alte Ordnung zusammenbricht
Der sehr plötzliche Tod meines Vaters und alles, was damit verbunden war und ist, hat so viel durcheinandergewirbelt und mein Leben auf den Kopf gestellt. Im Innen wie im Außen.
Von einer Minute auf die andere stand ich gefühlt alleine da. Mit meiner Mutter, die sich wenige Tage zuvor den Oberschenkel gebrochen hatte, und der Aufgabe, sie mit ihrer Demenzerkrankung von nun an allein zu begleiten.
Mit einem großen Haus und Garten, in dem ich meine Vision verwirklichen wollte – und das mir plötzlich wie eine Aufgabe erschien, der ich mich nicht gewachsen fühlte.
Mit meiner Trauer.
Vieles, was vorher sicher schien, war es plötzlich nicht mehr.
Vieles, was vorher getragen hat, brach plötzlich in sich zusammen.
Mein früheres Ich hätte den Boden unter den Füßen verloren. Sie hätte sich ohnmächtig gefühlt. Hilflos. Dem Leben ausgeliefert. Sie hätte sich von all den Meinungen und Ratschlägen, die in dieser Zeit auf sie einprasselten, hin- und herreißen lassen – und am Ende gar nicht mehr gewusst, was sie jetzt braucht und will.
Es ist nicht so, dass ich diese Phasen dieses Mal nicht durchlebt hätte.
Oh doch.
Ich habe mich zwischendurch ohnmächtig gefühlt. Hilflos. Ängstlich. Überfordert. Orientierungslos. Allein. Und wütend.
Immer wieder. Und gleichzeitig war etwas ganz anders als früher.
Wendepunkte im Leben: Ressourcen aktivieren
Immer dann, wenn die Ohnmacht in mir aufstieg, habe ich mich zurückerinnert.
An meinen Aufbruch vor zehn Jahren, als ich an einem anderen, und doch ganz ähnlichen Wendepunkt stand.
An die Kriegerin, diese weibliche Urkraft in mir, die in dieser Zeit geweckt wurde und die immer einen Weg findet. Die nicht aufgibt, wenn ihr plötzlich ein riesiger Baumstamm im Flussbett des Lebens den Weg versperrt. Die, wie das Wasser, weiterfließt und sich ihren Weg drumherum bahnt. Oder ihn einfach als Brücke zum anderen Ufer nimmt.
Ich habe all meine Ressourcen aktiviert, die mich durch die letzten zehn Jahre getragen haben: das freie Schreiben, die Medizinwanderung, die schamanische Reise und den innigen Austausch mit der Natur.
Und ich habe auf einer noch tieferen Ebene verstanden, warum meine Wurzeln, meine Werte und meine Vision so tragende Säulen in meinem Leben sind.
Das Fundament stärken
Ich hatte in dieser Zeit wirklich einige Gründe, das Vertrauen ins Leben zu verlieren. Aber genau das Gegenteil ist passiert.
Weil in den letzten zehn Jahren ein Fundament in mir gewachsen ist, das mich auch dann trägt, wenn die Sicherheit im Außen wegbricht.
Meine Beziehung zum Leben ist tiefer geworden.
Und meine Beziehung zum Tod hat eine neue Dimension bekommen.
Wenn ich auf die letzten zehn Jahre zurückblicke, erkenne ich, dass ich auf diesen Moment vorbereitet wurde. Und wenn ich auf die letzten Wochen und Monate vor dem Tod meines Vaters schaue, spüre ich, dass alles gekommen ist, wie es das Leben will.
Dieser Wendepunkt in meinem Leben hat mich nicht nur herausgefordert. In gleicher Weise hat mich tiefer verwurzelt, meine Werte noch klarer hervortreten lassen, meine Vision noch kraftvoller und bedeutsamer werden lassen und die Kriegerin in mir über sich hinauswachsen lassen.
Dieser Wendepunkt in meinem Leben hat mir gezeigt, dass „Wurzeln, Werte & Visionen – erwecke die Kriegerin in dir“ nicht nur ein Satz ist, der gut klingt.
Es ist der Weg, den ich gehe. Und aus tiefster Überzeugung weitergebe.
Ein leerer Raum
In all der Trauer und dem Durcheinander habe ich angefangen, den letzten Raum meiner Praxisetage zu renovieren. Über Monate hinweg habe ich in vielen, oft sehr kleinen Schritten und mit viel Schweiß und auch mit Fluchen, Tränen, Tanzen und Singen (in variierender Reihenfolge) den alten Teppich mit einem Spachtel vom Boden gekratzt, die Tapeten abgerissen und Wände und Decke gestrichen. Zum Schluss habe ich einen neuen, warmen Korkboden verlegt. Zum ersten Mal in meinem Leben. Es war so heilsam, diesen Wandel auch auf diese Weise zu durchleben – mit Körper, Geist und Seele.
Und nun ist da ein leerer Raum.
Ich weiß noch nicht, womit er sich füllen wird.
Dieser leere Raum steht für den Wendepunkt, an dem ich nun stehe. Jetzt geht es für mich darum, neugierig und gespannt zu lauschen, womit dieser Raum sich füllen will. Dem Leben in der Tiefe zuzuhören, wie es durch mich wirken will.
Die Magie der Wendepunkte: Online-Schwellenraum
Wenn du spürst, dass auch du gerade an einem Wendepunkt stehst, dann lege ich dir meinen geführten Schwellenraum „Die Magie der Wendepunkte“ ans Herz, der gerade entsteht.
Die Magie der Wendepunkte ist ein Raum für Rückblick, Würdigung und Neuausrichtung. Ein Raum, in dem du erkennen darfst: Du bist nicht einfach irgendwie hier angekommen. Du bist diesen Weg gegangen. Schritt für Schritt. Dieser Weg hat dich zu der gemacht, die du heute bist. Und vielleicht liegt darin viel mehr Kraft, als du bisher gesehen hast.
Mögen dich die Wendepunkte in deinem Leben immer mehr in deine Kraft bringen und dich über dich hinauswachsen lassen.
Von Herzen
Britta

Hallo Britta,
mir war gerade beim Lesen, als ob ich mein Innerstes von außen betrachte.
Der Wendepunkt oder Zenit…
Ich spüre gerade, dass ich genau dort kreise. Ob ich ihn schon überschritten habe, weiß ich leider nicht.
Ich würde es mir wünschen, um endlich in ruhigere Gefilde zu kommen und wieder eine Struktur zu bekommen.
Ich wünsche uns allen, genau die Kraft die wir brauchen. Nicht mehr und nicht weniger.
Viele liebe Grüße Alex
Liebe Alexandra, vielen Dank für deine Offenheit und dein Teilen! Ich wünsche dir ganz viel Hingabe an diese spannende – wenn auch anstrengende! – Phase deines Lebens und das Vertrauen, dass dieser Wendepunkt nicht der Zenit deines Weges ist, sondern dich an einen neuen Ort bringt, der viel mehr dir und deinem wahren Wesenskern entspricht.
von Herzen
Britta